Ein Preisdatensatz für alle: Redaktionen, Forschung, Eigenrecherche

Wer wissen will, was der Quadratmeter in seinem Bundesland oder seiner Stadt kostet, war bisher auf verstreute Einzelquellen angewiesen: Portale zeigen Inserate, aber keine Zeitreihen; amtliche Kaufpreisspiegel erscheinen mit langem Verzug. Die Immobilien-Suchmaschine wertradar.com geht jetzt einen anderen Weg und stellt ihre komplette Preis-Zeitreihe als offenen Datensatz zur Verfügung: wertradar.com/daten/.

Der Datensatz umfasst monatliche Median-Quadratmeterpreise für Kauf und Miete, Quartilsspannen und Angebotszahlen für rund 250 Regionen und Städte in Österreich, Deutschland und der Schweiz — vom Bundesland bis zur Bezirksstadt. Er steht als CSV- und JSON-Datei zum Download bereit und wächst mit jedem Monatsersten um einen Datenpunkt je Region.

Was drinsteckt — und was nicht

Grundlage sind Angebotspreise aus aktiven Inseraten mehrerer Portale, die wertradar täglich zusammenführt. Je Region und Monat wird der Median gebildet, dazu die Spanne der mittleren fünfzig Prozent der Angebote. Monatswerte entstehen nur, wenn genügend Inserate vorliegen — ein Median aus einer Handvoll Angebote wäre Zufall, keine Marktbeobachtung.

Zur Einordnung ein Blick in die Julidaten: In Wien lag der Median-Angebotspreis bei rund 6.200 Euro je Quadratmeter, in der Steiermark bei etwa 3.100 Euro, in Tirol bei knapp 6.500 Euro. Bei den Mieten reichte die Spanne der Bundesländer von elf bis zwanzig Euro je Quadratmeter und Monat.

Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um Angebots-, nicht um Abschlusspreise. Tatsächlich bezahlte Preise liegen im Regelfall darunter. Wer Kaufvertragsdaten braucht, ist beim Grundbuch und den amtlichen Preisspiegeln richtig — wer aber das aktuelle Marktgeschehen, Trends und regionale Unterschiede beobachten will, bekommt hier eine monatlich aktuelle, konsistent gerechnete Reihe.

Freie Lizenz mit Quellenangabe

Der Datensatz steht unter Creative Commons BY 4.0: Kopieren, Auswerten, Veröffentlichen und auch die kommerzielle Nutzung sind ausdrücklich erlaubt — in Presseartikeln, wissenschaftlichen Arbeiten, Apps oder eigenen Dashboards. Einzige Bedingung ist die Quellenangabe „wertradar.com" mit Link.

Für Redaktionen interessant: Auf Anfrage liefert wertradar auch Sonderauswertungen, etwa zu einzelnen Bezirken oder längeren Zeiträumen, samt Einordnung, was die Datenbasis hergibt und was nicht. Die aufbereiteten Auswertungen je Region — mit Preisverlauf und Vergleichswerten — stehen unter wertradar.com/immobilienpreise/.

Warum das relevant ist

Offene Marktdaten sind im Immobilienbereich die Ausnahme. Die großen Portale behandeln ihre Zahlen als Betriebsgeheimnis, amtliche Daten erscheinen spät und aggregiert. Ein frei nutzbarer, monatlich fortgeschriebener Datensatz senkt die Schwelle für Lokaljournalismus („Was kostet Wohnen in unserem Bezirk?"), für Studierende und für alle, die eine Kauf- oder Mietentscheidung mit Zahlen statt Bauchgefühl unterlegen wollen.

Die Methodik ist offengelegt: Wie die Mediane gerechnet werden, welche Objektarten einfließen und wo die Grenzen der Aussagekraft liegen, dokumentiert wertradar auf der Methodik-Seite.